Bargeld im Wandel der Zeit

Was nun die Füllung der Heimsparkassen angeht, so kann sich sicherlich jeder vorstellen, dass es sich gerade auch im Hinblick auf sparende Kinder in erster Linie um Münzgeld handelte, welches in die Heimsparkassen eingelegt wurde; aber auch kleinere Geldscheine fanden teilweise den Weg in die Heimspardosen. 

Die Mark

Die Währung war von 1871 bis 1923 offizielles Zahlungsmittel im Deutschen Reich. Zum ersten Mal wurde eine einheitliche Reichswährung eingeführt; die Mark die in 100 Pfennige unterteilt wurde. Da die Mark als goldgedeckte Währung konzipiert wurde, wurde sie auch als Reichsgoldwährung beziehungsweise Goldmark bezeichnet. Eine Mark entsprach 0,358423g Feingold.

Die Reichsmark

Die Reichsmark war von 1924 bis 1948 offizielles Zahlungsmittel. Die Reichsmark war bis zur Weltwirtschaftskrise 1929 sehr stabil. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde aber viel ungedecktes Geld ausgegeben, um die Kosten für die Aufrüstung und später den Krieg zu finanzieren. Aufgrund der Inflation war die Reichsmark bereits ab 1943 praktisch wertlos geworden. 

Die D-Mark

Von 1948 bis 2001 war die D-Mark dann offizielles Zahlungsmittel in Deutschland. Nachdem die Westzonen eine Währungsreform durchgeführt hatten, wurde die Reichsmark im Verhältnis 10:1 von der Deutschen Mark abgelöst. Die Deutsche Mark war aber ebenfalls nicht immer stabil; sie hat bis zu ihrem Ende etwa drei Viertel ihrer Kaufkraft verloren. Vor allem in den 1970er Jahren erreichten die Inflationsraten ein bedenkliches Niveau. 

Sparbuch von 1962 der Spar- und Darlehenskasse Ildehausen e.G.m.b.H.

...die Sache mit den Banknoten

Während anfangs der Münzschlitz, welcher mit raffinierter Technik gegen unerwünschtes Entleeren gesichert war, ausreichte um die gesparten Geldstücke sicher zu versenken, folgten bald Heimsparkassen mit einem zusätzlichen Schein-Schlitz bzw. Schein-Loch, durch welchen auch Banknoten problemlos und zerstörungsfrei eingeschoben werden konnten. Vorteil eines Schein-Schlitzes war, das hier die Banknote nur einige Male gefaltet werden musste währendessen sie für den Einwurf durch das Schein-Loch eng zusammengerollt werden musste.


Heimsparkasse mit Schein-Schlitz

Einwurf der Geldscheine

Bienenkorb mit Münzschlitz vorne und Schein-Loch hinten

Heimsparkasse mit Schein-Loch


Einwurf der Geldscheine

...die Sache mit der Versicherung

Manch einer hat sich sicherlich schon einmal gefragt, warum auf den Heimsparkassen statt dem Namen der Bank der Name eines Versicherungsunternehmens zu lesen ist, nun die Erklärung ist ganz einfach: Schon seit jeher arbeiten Banken und Sparkassen eng mit Versicherungen zusammen um den Kunden, gemeinsam, bestmöglich beraten und absichern zu können. In vielen Fällen sind Banken und Sparkassen sogar Mitbegründer oder Anteilseigner bei Versicherungsunternehmen. Da Banken und Sparkassen nun ihre Verbundenheit zu einem Versicherungsunternehmen auch öffentlich bekannt machen wollten, wurden einfach Heimspardosen mit entsprechenden Beschilderungen herausgegeben. 

...die Sache mit dem Rückholschutz

Die Münzschlitze der Heimsparkassen waren, wie bereits erwähnt, mittels raffinierter Technik gegen Diebstahl bzw. unerwünschtes Leeren gesichert. Die Banken und Sparkassen wollten so vermeiden, das die gesparten Geldstücke einfach wieder entnommen wurden. Es gab hierzu, je nach Ausführung der Heimsparkasse, mehrere Varianten von Sicherungssystemen. 

Die Zahnsysteme (Abb. 1) konnten mit der einzuwerfenden Münze nach unten gedrückt werden, sie waren aber nur in diese Richtung beweglich und versperrten so den Münzen den Weg zurück. Auch eine nur halb eingesteckte Münze konnte bereits nicht mehr entnommen werden und musste in der Heimsparkasse verschwinden.

Die Kegel- bzw. Kugelsysteme (Abb. 2 und 3) funktionierten ähnlich waren aber, sobald die Dose aufrecht stand, nicht zu sehen. Sie legten sich erst vor den Münzschlitz sobald die Spardose gekippt wurde.

Weitere interessante Sicherungen sind in Bügeleisen-Spardosen eingebaut;

Variante A für Bügeleisen-Spardosen, welche den Münzschlitz auf der Seite haben (Abb. 4). Hier reagiert der Mechanismus ebenfalls mit Schwerkraft. Solange die Heimsparkasse aufrecht steht kann man problemlos Münzen einwerfen. Sobald diese aber gekippt wird, versperrt ein Sperrblech den Münzschlitz, zusätzlich fallen noch 4 Sperrhebel in das Ausgabesystem und sichern so die Heimsparkasse zusätzlich von innen, ähnlich ist die

Variante B für Bügeleisen-Spardosen, welche den Münzschlitz auf der Vorderseite haben (Abb. 5). Auch hier ist der Münzschlitz offen, solange die Heimsparkasse aufrecht steht. Verändert man aber die Lage fällt ein Sperrblech vor den Münzschlitz und versperrt ihn. Zeitgleich klappt das Groschenblecht nach vorne und sichert zusäztlich von innen die Münzschlitzsperre.

Variante C ebenfalls für Bügeleisen-Spardosen, welche den Münzschlitz auf der Vorderseite haben (Abb. 6). Wieder ist hier der Münzschlitz offen, solange die Heimsparkasse aufrecht steht. Wird diese gekippt fallen breite Sperrzähne vor den Schlitz und die damit verbundenen Kippstifte verhindern zusätzlich, das Münzen in Richtung Münzschlitz gelangen.

Bei allen Systemen spielt die Schwerkraft also eine große Rolle; der Einwurf von Banknoten jedoch war nur bei den Kegel- bzw. Kugelsystemen möglich, versuchte man, Banknoten gefaltet in die anderen Systeme einzuführen, verstopfte man mit dem Geldschein nur den Münzschlitz oder die Banknote war zerfetzt, sobald sie im Inneren der Heimsparkasse ankam. Dieses war auch einer der Gründe dafür, weshalb Heimsparkassen mit dem oben bereits erwähnten Schein-Loch ausgestattet wurden. 

Aufgrund der hier beschriebenen Sicherheitstechniken war es also fast unmöglich, einmal eingeworfene Geldstücke wieder durch den Münzschlitz heraus zu bekommen. 


Abb. 1: Zahnsystem

Abb. 2: Kegelsystem

Abb. 3: Kugelsystem

Abb. 4: Variate A

Abb. 5: Variante B

Abb. 6: Variante C

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